Darüber spricht man nicht …
Wenn das Gehör nachlässt.

Die Schwierigkeiten beginnen für Jung oder Alt, wenn Hörprobleme auftreten. Ein Blinder kann mit Mitleid und Hilfsbereitschaft rechnen. Nicht so aber Schwerhörige. Sie werden oft als dumm angesehen, werden angeschrien und ungeduldig behandelt, bis sie selbst ganz konfus sind, weil sie nicht verstehen, was der andere will.

 

Vielleicht aus diesem Grund gibt sich kaum jemand als Hörbehinderter zu erkennen, sondern entwickelt Strategien, damit sein Handicap nicht bemerkt wird.

Strategie Nr. 1: „Immer lächeln und zustimmend nicken, auch wenn kaum oder nur andeutungsweise verstanden wird, was das gegenüber sagt.“

Strategie Nr. 2: „Am besten schweigen, wenn man in einer Gruppe nur Gesprächsfetzen mitbekommt, weil alle durcheinander reden. Es wird als peinlich empfunden durch schlechtes Hören nicht beim Thema zu sein.“

Folge: Schwerhörige vereinsamen, werden misstrauisch, unglücklich und unzufrieden.

Es fällt auf: Obwohl etwas ¼ der Bevölkerung in Deutschland schwerhörig oder hörbehindert ist, Tendenz steigend, werden sie von uns kaum wahrgenommen.

 

Für unsere Gemeinde ist das eine Herausforderung, denn mancher Schwerhörige will nicht mehr in seinen Gottesdienst gehen, weil er in der großen Kirche kaum etwas verstehen kann.

Wir haben vorgesorgt und die Kirche mit einer sog. Induktionsschleife ausgestattet.

Wer ein Hörgerät mit eingebauter Telefonspule hat, kann überall im Kirchenschiff, mit dem entsprechend eingestellten Hörgerät, ohne Störgeräusche dem Gottesdienst folgen. Man muss nur am eigenen Hörgerät das Programm „Telefonspule“ einstellen. Ihr Hörgeräteakkustiker kann Ihnen das zeigen.


Grundsätzlich gilt: sobald ein Hörgerät die Möglichkeit für mehrere Programme zur Auswahl hat, kann die Telefonspule
eingerichtet werden. Das haben auch Kassengeräte schon. Das kann auch bei einem Gerät der Fall sein, das man schon länger besitzt. Eventuell wurde die Telefonspule nur nicht eingerichtet, da niemand danach gefragt hat. Das heißt: es lohnt sich auf jeden Fall mit dem Akkustiker zu reden.

 

Wenn Ihnen ein neues Hörgerät verordnet wurde, achten Sie bitte darauf, dass Ihr Gerät mit einer solchen „Telefonspule“ ausgestattet wird – die paar Euro Mehrkosten zahlen sich aus.